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Anangu
Eine Plastik aus Plastik
Totempfahl aus gesammeltem Müll vom Reussufer, 2018
www.aargauerzeitung.ch
www.e-journal.ch
   

Wir haben Im ersten Quartal 2018 kleine und grosse Teile Plastik, insbesondere PET-Flaschen, Aluminiumdosen, Schuhe, eine Schreibmaschine, Fahrräder, Trotinette, Autofelgen, etc. etc. an den Ufern der Reuss gesammelt.

Aus diesen Teilen entstand der ca. 4m hohe Totempfahl mit dem Namen "Anangu".

Anangu ist eine Selbstbezeichnung verschiedener australischer Stämme der Aborigines in der Western Desert Region. Der Begriff Anangu stammt aus den dort gesprochenen indigenen Sprache und bedeutete ursprünglich „Mensch“. Totempfähle werden von Indianern der amerikanischen Nordwestküste aus verschiedenen Gründen errichtet: Sie erzählen die Geschichte einer Familie, repräsentieren die Stellung einer Familie innerhalb der Gemeinschaft oder erinnern an Verstorbene. Totempfähle beinhalten in ihren Darstellungen verschlüsselte Botschaften und sind oft mehrdeutig.
(Quelle Wikipedia)

Ausserdem veranlasste uns das Buch „Tribe“ von Sebastian Junger einen Totempfahl als Symbol zu nehmen, um ein Zeichen für unsere Gesellschaft zu setzen. S. Junger beschreibt in seinem Buch: Das Vermüllen sei ein perfektes Beispiel für ein alltägliches Symbol der Uneinigkeit in der Gesellschaft. Es bringt die Vorstellung auf den Punkt, dass man allein dasteht, dass da kein gemeinsames Ethos ist, den Versuch zu unternehmen, etwas Gemeinsames zu schützen. Es ist die Verkörperung einer Denkart: Jeder Mensch ist sich selbst der Nächste. Wenn man Müll auf den Boden wirft, sieht man sich offenbar nicht zu der Welt gehörig, in der man umhergeht.

Die Ignoranz der Menschen gegenüber unserem Planeten Erde und unser massloser Resourcenverbrauch, liessen dieses Kunstwerk wachsen und zu einem Mahnmahl unserer Konsumgesellschaft werden.
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Hier einige Links mit Informationen über den Zustand unserer Gewässer oder Institutionen die drauf und dran sind, etwas zu ändern :

theoceancleanup.com
trashhero.org
plastaway.org
flustix.com
suat.ch
Wir bedanken uns herzlich bei unseren Sponsoren und Helfern:
www.windisch.ch
www.diesellokal.ch
www.notter-reklame.ch
www.loveistheanswer.ch
www.creabeton-baustoff.ch
Metallbauhaus Brugg: www.rhsb.ch
Simon Vineo Tauscher, Louis Moser, Stephan und Marlon Nyffenegger, Phileas Mischke, Adrian van Velsen, Bernd Maresch, Robert Kühnis u.v.m!
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Genesis Anangu

Eine Studie von www.theoceancleanup.com, die in der Nature Communications veröffentlicht wurde, zeigt auf, dass das globale Flusssystem zwischen 1,15 und 2,41 Millionen Tonnen Plastikabfälle pro Jahr in die Ozeane der Welt befördert. Seit 2017 schwimmen über 10 Millionen Tonnen Plastikmüll im Meer.

About 90% of all the plastic that reaches the world's oceans gets flushed through just 10 rivers: The Yangtze, the Indus, Yellow River, Hai River, the Nile, the Ganges, Pearl River, Amur River, the Niger, and the Mekong (in that order). These rivers have a few key things in common: All of them run through areas where a lot of people live — hundreds of millions of people in some cases. But what's more important is that these areas don't have adequate waste collection or recycling infrastructure. There is also little public awareness that plastic trash is a problem at all, so a lot of garbage gets thrown into the river and conveniently disappears downstream. 
Anangu wird am 6. Dezember 2018 eingeweiht
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Development Anangu
Der Totempfahl soll mit seiner «Entstehungsgeschichte» beschriftet auf Wanderschaft gehen. Er soll z. B. auf Pausenplätzen von Schulen, auf Rastplätzen, in Fussgängerzonen oder an Spazierwegen aufgestellt werden. Dort macht er aufmerksam auf unser überall gegenwärtiges Plastik- und Microplastikproblem in unser Natur, in unseren Flüssen, Seen, Weltmeeren, in unseren Fischen und in unseren Bäuchen.
 
Nach der Einweihung haben ihn SchülerInnen und KindergärtnerInnen
aus Windisch besucht.
Am 8. April 2019 wurde Anangu freundlicherweise von den Gemeindearbeitern abgeholt und zwischengelagert. Anfang September darf er sich vor der reformierten Kirche Windisch wieder zeigen.